Kurt Lischka

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Obersturmbannführer (20. 4. 42)

    geboren: 16. August 1909 Breslau


    Jurist, Rechtsanwalt; 1. 6. 33 SS-Beitritt, 2. 9. 35 zur Gestapo und dort 1938 im Referat II B4 (Jüdische Angelegenheiten), 1938/39 bei der Reichszentrale für jüdische Auswanderung, 1940 Chef der Gestapoleitstelle Köln. Lischka wurde im November 40 nach Paris versetzt und arbeitete dort unter Knochen als stellvertretender Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD, dem die Internierungslager unterstanden. Lischka war maßgeblich an den Juden-Deportationen beteiligt und nach seiner Versetzung ins RSHA (Oktober 43) für das Protektorat Böhmen und Mähren zuständig. Er wurde daher von den Engländern, die ihn am 10. 12. 45 festgenommen hatten, am 2. 5. 47 an Prag ausgeliefert. Von dort am 22. 8. 50 in die Bundesrepublik entlassen, lebte Lischka hier, trotz einer Verurteilung in Abwesenheit in Frankreich am 18. 9. 50, unbehelligt. Erst am 2. 2. 80 verurteilte ihn das Kölner Landgericht nach langjährigen Bemühungen des französisch-jüdischen Anwalts Serge Klarsfeld und seiner Frau Beate wegen Kriegsverbrechen zu zehn Jahren Gefängnis.