Kurt Schumacher

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 13. Oktober 1895 in Kulm, Westpreußen gestorben: 20. August 1952 in Bonn


    1918 Mitglied des Berliner Arbeiter- und Soldatenrats, 1924 Mitbegründer des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, 1924-31 Landtagsabgeordneter in Württemberg. Schumacher zog 1931 in den Reichstag ein, wo er sich als kämpferischer und scharfsinniger Redner profilierte, insbesondere im Schlagabtausch mit der nationalsozialistischen Fraktion. Sein unvergessliches Wort von der nationalsozialistischen Agitation als einem "dauernden Appell an den inneren Schweinehund im Menschen" (Februar 32) trug ihm zehn Jahre KZ-Haft ein: Nach seiner Verhaftung am 6. 7. 33 kam Schumacher u. a. in die KZ Dachau und Flossenbürg, wo er Folterungen und Dunkelhaft ausgesetzt war, bis er im März 43 schwer krank entlassen wurde. Nach Kriegsende organisierte Schumacher von Hannover aus den Wiederaufbau der SPD, wandte sich entschieden gegen eine Vereinigung mit der KPD und setzte sich als Parteivorsitzender (ab 1946), Mitglied des Parlamentarischen Rats und Oppositionsführer im Bundestag energisch für die Demokratisierung und Wiedervereinigung Deutschlands ein, die er mit Adenauers Politik der Westintegration für unvereinbar hielt.