Langemarckstudium

    Aus Lexikon Drittes Reich

    nach dem flandrischen Ort, bei dem 1914 Regimenter von großenteils studentischen Kriegsfreiwilligen in den Tod gingen, benannte "Vorstudienanstalten", die 1934 von der Reichsstudentenführung für politisch förderungswürdige und mittellose begabte junge Männer zwischen 17 und 24 Jahren mit abgeschlossener Berufsausbildung zunächst in Königsberg und Heidelberg eingerichtet wurden. Im Auftrag des Reichserziehungsministeriums vollzog sich ab 1938 eine Ausweitung dieser Einrichtung, die in anderthalb Jahren auf die "Begabtenprüfung" vorbereitete. Diese war auch außerhalb des Langemarckstudiums möglich und führte zu einer Studienzulassung für ein bestimmtes Fachgebiet. Während 1939 nur zehn Studenten so ihre Zulassung erreichten, gab es 1942 in zehn Universitätsstädten solche Lehrgänge, die insbesondere für technische und landwirtschaftliche Berufe ein an die Berufsarbeit anschließendes Studium ermöglichen sollten, doch wurde auch die Wahl eines Erzieher- oder Arztberufs gefördert. Bewerber sollten von Berufsschulen, Betrieben und nationalsozialistischen Organisationen, insbesondere vom RAD, über die "Hoheitsträger" für die "Ausleselager" vorgeschlagen werden. Ein Erlass vom 2. 4. 42 gab dem Langemarckstudium das Ansehen einer "Ausleseschule" und richtete damit einen zweiten Bildungsweg ein.