Lebensfeiern

    Aus Lexikon Drittes Reich

    nationalsozialistische Ersatzfeiern für kirchliche Taufe, Trauung und Begräbnis (die Ersatzfeier für Konfirmation und Firmung, die "Verpflichtung der Jugend", war Teil der Feiern im nationalsozialistischen Jahreslauf). Während der ersten Jahre des Dritten Reichs wurden nationalsozialistische Lebensfeiern nur vereinzelt durchgeführt, am ehesten in der SS. Von 1936 an (Einführung der Bezeichnung gottgläubig) wurden zunächst standesamtliche Trauungen von Parteimitgliedern zunehmend zu nationalsozialistischen Hochzeitsfeiern ausgestaltet. Erst 1942 gab die Dienststelle Rosenberg ausführliche Richtlinien für die Gestaltung der Lebensfeiern heraus, durch die einheitliche Organisation und ideologische Ausrichtung sichergestellt werden sollten. Gegenüber den kirchlichen Feiern, insbesondere den Beerdigungen, blieb der Anteil der Lebensfeiern äußerst gering, er lag vielfach unter 1 %, nur in einigen Gauen stieg er bis zu 4 %.