Lebensmittelkarten

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Berechtigungsscheine für den Kauf von Lebensmitteln. Im Zuge langfristiger Kriegsvorbereitungen wurden bereits 1937 Lebensmittelkarten gedruckt und schon einige Tage vor Kriegsbeginn erstmals ausgegeben (27. 8. 39). Anfänglich war eine Karte für verschiedene Nahrungsmittel und Konsumgüter gültig, während des Kriegs wurden immer mehr Waren rationiert und gegen Abschnitte von unterschiedlichen Karten verkauft. So gab es Reichsbrot-, Reichsfettkarten u. a.; die Lebensmittelkarten hatten vielfach für einen unterschiedlichen Zeitraum Gültigkeit, waren nach Warenart und Alter des Bezugsberechtigten verschieden gefärbt. Juden, die im Reich lebenden Fremdarbeiter und die Zivilbevölkerung der besetzten Gebiete erhielten besondere Lebensmittelkarten mit geringeren Kontingenten. "Sonderzulagen" gab es für Kleinkinder, Jugendliche, Schwer- und Nachtarbeiter, werdende und stillende Mütter. Gesonderte Lebensmittelkarten gab es ferner für Soldaten auf Heimaturlaub ("Reichskarte für Urlauber") sowie für Reisende. Einige Lebensmittel (Kartoffeln, Gemüse) brauchten nicht rationiert zu werden, andere wurden nach der im jeweiligen Zeitraum vorhandenen Menge zugeteilt, gegen Kriegsende in immer kleineren Rationen (1945 erhielt eine erwachsene Person wöchentlich 125 g Fett, 250 g Fleisch, 1 700 g Brot). Aufgrund der unzureichenden Versorgungslage blieben auch nach 1945 die meisten Lebens- und Genussmittel rationiert. Erst am 10. 1. 50 wurden die Lebensmittelkarten in der Bundesrepublik endgültig abgeschafft.