Legion Condor

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Freiwilligenverbände der Wehrmacht, die auf Seiten Francos in den Spanischen Bürgerkrieg eingriffen. Bereits Ende Juli 36 wurde mit Hilfe deutscher Flugzeuge ein Lufttransport von 15 000 Mann national-spanischer Truppen von Marokko nach Spanien organisiert. Die Legion Condor wurde ständig vergrößert und umfasste schließlich Luftwaffen-, Nachrichten- und Transportverbände, die durch Panzertruppen ergänzt wurden, in einer Gesamtstärke von ca. 6 000 Mann, die laufend ausgewechselt wurden. Ihr Einsatz trug vielfach entscheidend zum Sieg Francos bei. Neben dem ideologischen Ziel, "der Ausweitung des Kommunismus an dieser Stelle entgegenzutreten" (Göring), fand die Legion Condor in Spanien ein Testfeld für neue Waffen und "hatte auf diese Weise Gelegenheit, im scharfen Schuss zu erproben, ob das Material zweckentsprechend entwickelt wurde" (Göring). Das Unternehmen wurde geheimgehalten; spätestens mit dem Bombardement von Guernica (April 37) war es der Weltöffentlichkeit jedoch bekannt. Die Heimkehr der Legion Condor – auf KdF-Schiffen – gestaltete sich zu einer pomphaften Staatsfeier. Am 6. 6. 39 paradierte die Legion in Berlin, mitgeführte Goldtafeln verzeichneten die Namen von 300 Gefallenen (die tatsächlichen Verluste betrugen 420 Mann). Die Kosten für das militärische Engagement des Reichs in Spanien beliefen sich auf 232,5 Millionen RM.