Lehrerbildungsanstalten

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (LBA), 1941 eingeführte Ausbildungsstätten als Ersatz für 28 "Hochschulen für Lehrerbildung" (HfL), die von 1937 an im ganzen Reich die Volksschullehrer auf der Grundlage des Abiturs in zwei Jahren ausgebildet hatten. Schon 1939 waren "Aufbaulehrgänge" zur Vorbereitung von Volks- und Mittelschülern auf das Studium an HfL eingerichtet worden. Bis 1943 entstanden 257 Lehrerbildungsanstalten, davon 130 nur für Mädchen, die unterschiedlich lange Ausbildungsgänge anboten: für Volksschüler fünf, für Absolventen des Landjahrs vier, Mittel- und Oberschüler drei Jahre, für Abiturienten war die Ausbildung auf ein Jahr verkürzt worden. 20 Lehrbildungsanstalten bildeten auch "Schulhelfer" im Alter zwischen 19 und 30 Jahren in dreimonatigen Vorbereitungslehrgängen aus, denen nach ein- bis zweijähriger Schulpraxis ein neunmonatiger Abschlusslehrgang folgte; auch Klassen für "technische Lehrerinnen" und für Kindergärtnerinnen wurden eingerichtet.

    Die Unterbringung erfolgte, soweit möglich, im Internat und wurde nach dem Muster der "Aufbaulehrgänge" organisiert, die die "Formationserziehung" von den Nationalpolitischen Erziehungsanstalten übernommen hatten. Die Werbung ging vornehmlich von der HJ aus, die auch die "Auslese" in "Musterungslagern" kontrollierte. Durch die unterschiedliche Dauer der Ausbildung, den Einfluss der HJ und den größeren Anteil der Mädchen (1943: 63,1 % der 44 157 Ausbildungsplätze) unterschieden sich die Lehrbildungsanstalten wesentlich von den früheren Lehrerseminaren. Für die Parteikanzlei (Martin Bormann) die anstelle des Reichsministeriums die Richtlinien für die Lehrbildungsanstalten bestimmte, ging es weniger um die Qualität der Ausbildung als um die frühzeitige und umfassende politische Sozialisation und Mobilisierung der Jugendlichen aus aufstiegsorientierten Schichten. Sie ließen sich zum "Einsatz" auch jenseits der Reichsgrenzen (dort befanden sich 43 Lehrbildungsanstalten) und von 1943 an auch zum Kriegshilfsdienst heranziehen.