Leih- und Pachtgesetz

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (Lend-Lease-Act), Ermächtigung vom 11. 3. 41 für US-Präsident Roosevelt, kriegswichtige Güter (Waffen, Schiffe, Fahrzeuge u. a.) ohne Barzahlung an Staaten zu liefern ("verpachten"), deren Schutz er für die Verteidigung der USA als lebenswichtig ansah. Da ein Krieg oder auch nur direkte Waffenhilfe gegen Deutschland äußerst unpopulär war, bot das Leih- und Pachtgesetz bei der verzweifelten Finanzlage Londons die einzige Möglichkeit, das nach dem Zusammenbruch Frankreichs bedrohte Großbritannien zu unterstützen. Zunächst wurde ein Finanzrahmen von sieben Milliarden Dollar genehmigt, der sich bis 1945 auf 50,6 Milliarden weitete. Hauptnutznießer waren England und das Commonwealth (rund 30 Milliarden), Hilfe für die Sowjetunion wurde erst nach Kriegseintritt der USA (7. 11. 41) möglich (insgesamt elf Milliarden). Das Leih- und Pachtgesetz trug damit wesentlich zur Kriegswende bei, auch wenn der Anteil am alliierten, insbesondere am sowjetischen Sieg nur schwer quantifizierbar ist. Zu nennenswerten Rückzahlungen kam es nach dem Krieg nicht.