Leni Riefenstahl

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutsche Fotografin und Regisseurin

    geboren: 22. August 1902 in Berlin gestorben: 8. September 2003 in Pöcking, Oberbayern


    in den 20er Jahren für den Film entdeckt (u. a. Rollen in "Der heilige Berg", 1926; "Die weiße Hölle vom Piz Palü", 1929). Riefenstahl führte erstmals im Spielfilm "Das blaue Licht" (1932) auch Regie und erregte die Aufmerksamkeit Hitlers, der sie mit nationalsozialistischen Propagandafilmen betraute: "Sieg des Glaubens" (1933) und "Triumph des Willens" (1934) über die ersten beiden Reichsparteitage der NSDAP nach der Machtergreifung, "Tag der Freiheit - unsere Wehrmacht" (1935) über die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, "Fest der Völker" und "Fest der Schönheit" (1936) über die Olympischen Spiele. V. a. die beiden letztgenannten Filme wurden auch international viel beachtet und ausgezeichnet (noch 1948 vom IOC), da sie in unnachahmlicher Eindringlichkeit die glanzvollen Tage von Berlin festhielten. Nach 1945 wurde Riefenstahl immer wieder der Komplizenschaft mit der nationalsozialistischen Gewaltpolitik beschuldigt, verwies jedoch immer unbeirrt auf ihren künstlerischen Auftrag. Den Vorwurf aber, sie habe in ihrem Film "Tiefland" (1940-44) Roma und Sinti aus einem KZ rekrutiert, vermochte sie nicht zu widerlegen. Riefenstahl trat in der Nachkriegszeit als erfolgreiche Fotografin hervor (u. a. "Die Nuba", 1973).