Leo Baeck

    Aus Lexikon Drittes Reich

    jüdischer Theologe und Rabbiner

    geboren: 23. Mai 1873 in Lissa (Posen) gestorben: 2. November 1956 in London


    1897 Rabbiner in Oppeln, 1907 in Düsseldorf und 1912-1943 in Berlin; dort auch Dozent an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums. Baeck, kein ausgesprochener Gegner des Zionismus, setzte sich für besseres gegenseitiges Verstehen der Religionen durch mehr Information ein (Hauptwerk: "Das Wesen des Judentums", 1905), musste aber nach 1933 das Scheitern dieses Konzepts einsehen. Gleichwohl weigerte er sich, seit 1933 Präsident der Reichsvertretung der deutschen Juden, Deutschland zu verlassen, wurde nach vielfältigen Schikanen und Gestapo-Verhören 1943 nach Theresienstadt deportiert, wo er als Leiter des Lagerrats seinen meist todgeweihten Glaubensgenossen Trost zu bringen versuchte. Er selbst erlebte die Befreiung und fand in London eine neue Heimat, wo er die gerissenen Fäden des deutsch-jüdischen Dialogs wieder zu knüpfen versuchte. Dem dient auch das 1954 gegründete Baeck-Institut.