Leo Weismantel

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller

    geboren: 10. Juni 1888 in Obersinn, Main-Spessart gestorben: 16. September 1964 in Rodalben


    Als Reformpädagoge und Gründer einer Forschungs- und Lehreinrichtung schrieb Weismantel zahlreiche Stücke für das Laien- und Schülertheater sowie katholisch-humanistisch ambitionierte Prosa. Die Nationalsozialisten schätzten seine in der Rhön angesiedelten Dichtungen über Reformation und Bauernkrieg (Trilogie "Vom Sterben und Untergang eines Volkes", 1928-33), die sie ideologisch als Blut-und-Boden-Dichtung missverstanden. Wegen seines sozialen und pädagogischen Engagements geriet Weismantel mehrfach in Konflikt mit dem System, 1939 und 44 sogar in Gestapohaft. Nach Kriegsende wurde Weismantel in Westdeutschland zunächst Schulrat, dann Professor für Kunstgeschichte, opponierte "gegen eine unschöpferische christliche Restaurationspolitik" und trat für internationale Verständigung ein.