Leonardo Conti

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Arzt

    geboren: 24. August 1900 Lugano gestorben: 6. Oktober 1945 Nürnberg


    aus schweizerisch-italienischer Familie wuchs Conti in Deutschland auf, schloss sich der völkischen Bewegung an, nahm als Freikorpsmann am Kapp-Putsch teil und trat 1923 der SA bei, deren Sanitätsdienst er nach der Promotion (1924) in Berlin organisierte; 1927 Eintritt in die NSDAP, 1930 in die SS. Zu seinen Patienten gehörte u. a. Horst Wessel. 1929 war Conti Mitbegründer des Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes und wurde im Januar 34 zum Preußischen Staatsrat ernannt. Er leitete u. a. die medizinische Versorgung bei den Olympischen Spielen 1936 und war maßgeblich am Berufsverbot für jüdische Ärzte beteiligt. Am 20. 4. 39 wurde er Leiter des Hauptamts für Volksgesundheit und als solcher Reichsärzteführer, als Nachfolger von G. Wagner. Gute Beziehungen zu Bormann sicherten weiteren Aufstieg: 1941 MdR, 1944 SS-Obergruppenführer. Conti nahm sich in alliierter Haft das Leben.