Les Milles

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Internierungs-, später Zwangsarbeits- und Straflager bei Aix-en-Provence. Gleich nach der französischen Kriegserklärung am 3. 9. 39 wurden in einer Ziegelei in Les Milles deutsche Staatsbürger interniert, hauptsächlich politisch und rassisch Verfolgte, die in Frankreich Zuflucht gesucht hatten, darunter der Maler Max Ernst und die Schriftsteller Lion Feuchtwanger und Walter Hasenclever, der sich in Les Milles das Leben nahm. Nach der französischen Niederlage wurde das Lager zur Falle, da zu den Waffenstillstandsbedingungen ein Durchsuchungsrecht für die deutsche Polizei auch in den Lagern des unbesetzten Frankreich gehörte. Die Vichy-Regierung nutzte Les Milles danach u. a. auch als Lager für Juden, die schon 1941 von hier aus zu Zwangsarbeit in die französische Sahara und 1942 in die Vernichtungslager deportiert wurden. Im März 43, nach der deutschen Besetzung Restfrankreichs, wurden 1 400 Juden von Les Milles nach Drancy und am 23. 3. 43 weiter nach Sobibór verbracht; es überlebte keiner.