Lion Feuchtwanger

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller

    geboren: 7. Juli 1884 in München gestorben: 21. Dezember 1958 in Los Angeles


    selbst aus orthodox jüdischer Familie, setzte sich Feuchtwanger mehrfach mit Themen aus altjüdischer Geschichte, mit "jüdischer Existenz in nichtjüdischer Welt" auseinander, sein Roman "Jud Süß" (1925) zeichnet u. a. die Entstehung einer antisemitischen Massenpsychose im 18. Jahrhundert. Aufgrund seiner pazifistisch-sozialistischen Weltanschauung stand Feuchtwanger früh der NSDAP ablehnend gegenüber, in "Erfolg" (1930) gab er eine satirische Chronik des Hitlerputsches, beschrieb die provinzielle Kleinbürgerlichkeit des Nationalsozialismus. Im Dritten Reich wurde er wegen "gemeiner Beschimpfung der nationalsozialistischen Bewegung" und "Verherrlichung des Judentums" ausgebürgert. Feuchtwanger ging nach Südfrankreich ins Exil, wurde 1940 im Lager Le Vernet interniert, konnte aber über Spanien in die USA entkommen. Seine Werke fanden nach dem Krieg in der DDR mehr Aufmerksamkeit als in der Bundesrepublik.