Lisa Tetzner

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutsche Jugendschriftstellerin und Märchensammlerin

    geboren: 10. November 1894 in Zittau gestorben: 2. Juli 1963 in Lugano


    Nach sozialem Engagement unternahm Tetzner ab 1918 Wanderungen als Märchenerzählerin durch Deutschland und leistete durch eigene Texte in den 20er Jahren einen Beitrag zur Entstehung einer sozialistischen, realistischen deutschen Kinderliteratur. 1927-33 hatte sie die Leitung der Kinderstunde beim Berliner Rundfunk, musste dann aber mit ihrem Mann, dem Arbeiterschriftsteller Kurt Kläber (Pseudonym Kurt Held), in die Schweiz emigrieren. Dort entstand in den Jahren 1933-49 ihr Hauptwerk, die neunbändige "Odyssee einer Jugend - Erlebnisse und Abenteuer der Kinder aus Nr. 67". Anhand der Einzelschicksale einer Gruppe von Kindern aus einem Berliner Hinterhaus entwirft Tetzner ein realistisches und drastisches Bild der Zeit vom beginnenden Nationalsozialismus bis zu den ersten Nachkriegsjahren, zeichnet für Kinder verständlich Terror und Opportunismus, Flucht und Exil. Tetzners Zyklus gehört zu den ersten und immer noch wichtigsten deutschen Kinderbüchern über das Dritte Reich.