Literaturpreise

    Aus Lexikon Drittes Reich

    ehrende Auszeichnungen für herausragende literarische Einzelwerke oder Autoren, in der Regel mit Geldpreisen verbunden, die im Dritten Reich gezielt als Instrument der literaturpolitischen Lenkung genutzt wurden. Das für Literatur zuständige Propagandaministerium regte ab 1933 bei staatlichen und kommunalen Stellen die Stiftung neuer Preise an und sorgte für öffentlichkeitswirksame Verleihungen.

    Zu den wichtigsten Literaturpreisen des Dritten Reichs gehörten:

    • Deutscher Nationalpreis für Film und Buch, 1933 vom Deutschen Reich für Werke gestiftet, in denen "das aufrüttelnde Erlebnis ... der nationalen Wiedergeburt" gestaltet wurde;* Deutscher Nationalpreis für Kunst und Wissenschaft, als Reaktion auf die Verleihung des Friedensnobelpreises an Ossietzky von Hitler selbst 1937 verfügte Stiftung (mit 100 000 RM sehr hoch dotiert; Träger u. a. Rosenberg, Johst), bei gleichzeitigem Verbot der Annahme des Nobelpreises; *Dietrich-Eckart-Preis, vom Hamburger Senat für "Gelehrte, Dichter und Schriftsteller" gestiftet, die in ihren Arbeiten "die Ideen des nationalsozialistischen Deutschlands ... versinnbildlichen" (u. a. an A. Bartels, Baumann, Dwinger); *Goethe-Preis der Stadt Frankfurt (u. a. an Carossa, Miegel); *Auslandsdeutscher, später Volksdeutscher Schrifttumspreis, vergeben von der Stadt Stuttgart; *Literatur-Preis der Reichshauptstadt; *Großer Dichterpreis der Stadt Wien; *Mozart-Preis, für kulturelle Leistungen "aus den ostmärkischen Gauen", vergeben von den Universitäten Wien und Graz. Neben diesen Literaturpreisen gab es von der NSDAP und ihren Untergliederungen vergebene Auszeichnungen (u. a. NSDAP-Preis für Wissenschaft und Kunst; Preis des Stabschefs der SA für Dichtung und Schrifttum) sowie kleinere Auszeichnungen, u. a. für "Jugendschrifttum" (Hans-Schemm-Preis).