Luftschutz

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Gesamtheit der Maßnahmen zum Schutz vor Bombenangriffen. Der Ausbau des zivilen Luftschutzes war die defensive Flankierung der Aufrüstung und hatte nach der nationalsozialistischen Machtergreifung entsprechend hohe Priorität. Schon am 29. wurde der Reichsluftschutzbund (RLB) gegründet, der dem Reichsministerium für die Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe unterstand und 1944 von der NSDAP übernommen wurde. Ihm oblag die Schulung der ehrenamtlichen Luftschutzwarte, die die so genannten Luftschutzgemeinschaften in einzelnen Häusern oder Häuserblocks führten. Mit Luftschutzgesetz vom 26. 5. 35 wurde eine Luftschutzpflicht eingeführt, die eine Dienstpflicht (Fliegeralarm, Verdunkelung, Brandbekämpfung, Erste Hilfe, Räumarbeiten u. a.) sowie eine Sachleistungspflicht (Bau von Luftschutzräumen, Bereitstellung von Gerät u. a.) für alle Deutschen vorsah. Der RLB verfügte bei Kriegsausbruch über 13,5 Millionen Mitglieder, 820 000 Amtsträger, 28 000 Luftschutzlehrer in 3 800 Luftschutzschulen, zu deren Lehrgängen jeder verpflichtet werden konnte. Besondere Aufgaben waren dem betrieblichen Luftschutz (Werk-Luftschutz) zugewiesen. Der alliierte Luftkrieg zeigte nach 1942 die engen Grenzen des Luftschutzes im modernen Krieg auf, viele Luftschutzhelfer wurden Opfer ihres Diensts.