Luxemburg

    Aus Lexikon Drittes Reich

    im Westen an Deutschland grenzendes Großherzogtum mit 2 587 km2 und rund 300 000 Einwohnern (1930). Nach der Lösung der Wirtschaftsunion mit Deutschland 1919 und dem Verzicht Frankreichs auf Eingliederung bewahrte Luxemburg die staatliche Unabhängigkeit (28. 9. 19 Volksabstimmung: fast 80 % für Festhalten an der Dynastie und der Selbständigkeit) und schloss eine Zoll- und Handelsunion mit Belgien auf 50 Jahre am 25. 7. 21 (Keim der Benelux); durch seine Montanindustrie gewann es eine bedeutende wirtschaftliche Stellung. Nach dem deutschen Einmarsch am 10. 5. 40 unter Verletzung der luxemburgischen Neutralität begaben sich die Großherzogin Charlotte (1919-64) und ihre Regierung über Paris nach London, wo eine Exilregierung gebildet wurde.

    Berlin betrieb im Krieg eine konsequente Politik der Eindeutschung: 30. 8. 42 Eingliederung in das Deutsche Reich als Teil des Moselgaus Koblenz-Trier unter Gauleiter Simon, Verbot der französischen Sprache, Eindeutschung von Namen und Ortsbezeichnungen, Einführung deutscher Gesetze, Einziehung der Luxemburger zur deutschen Wehrmacht. Anfang September 44 wurde Luxemburg von den Alliierten befreit, war aber um die Wende 1944/45 noch einmal kurz Kriegsschauplatz im Zuge der deutschen Ardennenoffensive. 1945 kehrte die Großherzogin mit der Exilregierung zurück, die staatliche Souveränität wurde wiederhergestellt.