Männerbund

    Aus Lexikon Drittes Reich

    organisatorischer Zusammenschluss von Männern, meist einer gemeinsamen politischen Idee verpflichtet und hierarchisch strukturiert; seit dem 18. Jahrhundert in Deutschland z. T. als politische Geheimgesellschaften (Freimaurerei), seit Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend nationalistisch und militaristisch ausgerichtete Gruppen. Der Männerbund als paramilitärische und ideologische Gemeinschaft mit "willensmäßiger Gleichrichtung, Kameradschaft, Zucht und Unterordnung" ist Vor- und Grundform faschistischer Organisationen des 20. Jahrhunderts. In der Männlichkeitsideologie des Nationalsozialismus, in der Frauen nur eine untergeordnete Rolle spielten, hatte der Männerbund als "verschworene Gemeinschaft" hohen Stellenwert. Geschlechtertrennung gehörte daher zu den Erziehungsprinzipien (HJ, BDM), uniformierte Gliederungen der Partei wie SA und SS waren als Männerbund konzipiert. In dieser Fixierung war eine homoerotische Komponente nicht zu übersehen (Homosexualität).