Märzgefallene

    Aus Lexikon Drittes Reich

    ursprünglich ehrende Bezeichnung für die am 18./19. 3. 1848 vor dem Berliner Schloss von preußischen Truppen niedergeschossenen Demonstranten, manchmal auch für die Wiener Opfer der Märzrevolution 1848. In völkischen Kreisen wurde der Begriff Märzgefallene auch auf die Toten des 4. 3. 19 im Sudetenland angewandt, die für einen Anschluss an das Deutsche Reich demonstriert hatten.

    Zur spöttischen Kennzeichnung der opportunistischen Motive wurden 1933 in ironischer Umdeutung diejenigen als Märzgefallene bezeichnet, die nach den Reichstagswahlen vom 5. 3. und nach der endgültigen Etablierung der nationalsozialistischen Herrschaft mit dem Ermächtigungsgesetz vom 24. 3. der NSDAP beigetreten waren. Sie galten selbst den Nationalsozialisten als "Revolutionsschmarotzer" (H. Frank).