München

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Hauptstadt Bayerns mit 818 000 Einwohnern (1939), die in vielfacher Beziehung zu Entstehung, Aufstieg und Fall des Nationalsozialismus stand. In München meldete sich der damalige Österreicher Hitler 1914 als Kriegsfreiwilliger, dort entstand 1919 die DAP und nach Hitlers Beitritt 1920 die NSDAP. München war Schauplatz des Hitlerputsches und des Hitler-Prozesses, dort residierte die Reichsleitung der Partei im Braunen Haus; Hitler hatte hier verschiedene Wohnungen, fand in der Oberschicht Förderer und verlieh der Stadt 1935 den Titel "Hauptstadt der Bewegung". München war Geburtsort von Eva Braun, die Hitler hier kennen lernte und der er eine Wohnung in der Wasserburger Straße einrichtete. Von München aus leitete Hitler am 30. 6. 34 die Mordaktion der Röhm-Affäre, bei der in München-Stadelheim zahlreiche SA-Führer erschossen wurden. An jedem 8. 11. sprach Hitler vor Alten Kämpfern im Bürgerbräu, der am 8. 11. 39 durch das Attentat Elsers zerstört wurde. In München empfing Hitler am 25. 9. 37 den Staatsbesucher Mussolini und feierte ein Jahr später mit dem Münchener Abkommen einen seiner spektakulärsten außenpolitischen Erfolge.

    München war u. a. Sitz der Akademie für Deutsches Recht (27. 6. 33), der Deutschen Erziehungsakademie und erhielt von allen deutschen Städten die meisten nationalsozialistischen Prachtbauten: Als "Stadt der Deutschen Kunst" beherbergte es das Haus der Deutschen Kunst (eröffnet 16. 7. 37, fortan jährlich "Tag der Deutschen Kunst"), die Ehrentempel (3. 11. 35) und mehrere Parteibauten (u. a. Führerbau 24. 9. 37) am Königlichen Platz (heute Königsplatz), Haus des Deutschen Rechts (1. 3. 37), das Luftkreiskommando V (12. 5. 37), an dem noch heute die Luftwaffen-Adler Wacht halten, die SS-Hauptreitschule in Riem (25. 7. 37) und den dortigen Flughafen (17. 6. 38). Über München führten Hitlers regelmäßige Fahrten zum Berghof auf dem Obersalzberg. Im Zweiten Weltkrieg war München Ziel zahlreicher alliierter Bombenangriffe, denen rund 82 000 Wohnungen (33 %) zum Opfer fielen. Am 30. 4. 45, als Hitler in Berlin Selbstmord beging, besetzten Einheiten der 7. US-Armee die Stadt.