Maginot-Linie

    Aus Lexikon Drittes Reich

    nach dem französischen Kriegsminister André Maginot (1877-1932) benannter Befestigungsgürtel an der französisch-deutschen Grenze (Longwy bis Basel). Ab 1929 im Bau (1932 weitgehend fertig gestellt), bestand die fast drei Milliarden Franc teure Maginot-Linie aus einem Geflecht von 150 km unterirdischer Gänge mit 39 Wehrgruppen, 70 Bunkern, 500 Artillerie- und Infanterieblöcken, 500 Kasematten, Unterständen und Beobachtungstürmen. Die Anlage galt als unüberwindlich und führte in Frankreich zu fataler Fehleinschätzung der eigenen militärischen Lage und zu einem Defensivdenken, das der beweglichen deutschen Kampfführung im Frankreichfeldzug nichts entgegenzusetzen hatte. Die Wehrmacht umging 1940 die Maginot-Linie unter Verletzung der Neutralität der Benelux-Staaten und kesselte in ihrem Rücken das Gros der französischen Kräfte ein, bevor am 16. 6. 40 die Heeresgruppe C die Maginot-Linie auch frontal durchbrach.