Maidanek-Prozess

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Verfahren des Schwurgerichts beim Landgericht Düsseldorf gegen den ehemaligen stellvertretenden Kommandanten des KZ Maidanek Hermann Hackmann und andere frühere Angehörige der Kommandantur des Lagers wegen Mordes und Beihilfe zum Mord zum Nachteil von Häftlingen des Lagers. Der Maidanek-Prozess war das längste Verfahren der deutschen Justizgeschichte. Bereits im Oktober 60 waren die Ermittlungen angelaufen. Anklage wurde am 15. 11. 74 und 11. 7. 75 erhoben; die Verhandlung begann am 26. 11. 75 und endete mit Urteil vom 30. 6. 81. Angeklagt waren ursprünglich 17 Personen, elf Männer und sechs Frauen. Zwei der Angeklagten schieden vor Beginn der Hauptverhandlung wegen Verhandlungsunfähigkeit aus. Während der Verhandlung starb eine Angeklagte; gegen einen weiteren Angeklagten musste das Verfahren wegen schwerer Krankheit vorläufig eingestellt werden. Vier Angeklagte, ein Mann und drei Frauen, sprach das Gericht nach erfolgter Abtrennung des gegen sie gerichteten Verfahrens durch Urteil vom 19. 4. 79 vorab frei.

    Im Rahmen der Hauptverhandlung wurden mehr als 340 in- und ausländische Zeugen gehört, darunter etwa 215 ehemalige Häftlinge und rund 85 frühere Angehörige des SS-Personals. Von den ehemaligen Häftlingen konnten über 70 - durchweg aus Gesundheitsgründen - nicht zur Hauptverhandlung erscheinen. Sie mussten deshalb im Wege der internationalen Rechtshilfe in Anwesenheit Verfahrensbeteiligter an ihren jeweiligen Wohnsitzen in Australien, Israel, Kanada, Österreich, Polen, der UdSSR und den USA vernommen werden. Das Schwurgericht verurteilte von den neun verbliebenen Angeklagten einen zu lebenslänglicher und sieben zu zeitiger Freiheitsstrafe von drei bis zu zwölf Jahren. Einen Angeklagten sprach das Gericht frei. Die von sieben Angeklagten eingelegte Revision wurde durch den Bundesgerichtshof am 30. 5. 84 als unbegründet verworfen.