Manstein-Prozess

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Verfahren eines britischen Militärgerichts 1949 in Hamburg gegen den ehemaligen Generalfeldmarschall von Manstein wegen Kriegsverbrechen, begangen in Polen und der UdSSR. Gegen die Durchführung des Manstein-Prozesses vier Jahre nach Kriegsende wurde in beiden Häusern des britischen Parlaments protestiert. Die Lords Bridgemen und De L'Isle sowie Dudley schufen einen Fonds für die Verteidigung. Churchill, der sich wiederholt gegen die "verspäteten Prozesse gegen betagte deutsche Generäle" ausgesprochen hatte, gehörte zu den ersten Spendern. Der Unterhausabgeordnete R. T. Paget stellte sich unentgeltlich als Verteidiger zur Verfügung. Die Anklage umfasste 17 Punkte. Unter Freisprechung von acht Punkten wurde der Angeklagte am 19. 12. 49 zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Verurteilung wegen Kriegsverbrechen in neun Punkten wurde bestätigt, die Strafe jedoch auf zwölf Jahre Gefängnis herabgesetzt. Am 7. 5. 53 wurde von Manstein bedingt entlassen.