Marburger Rede

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Ansprache Papens am 17. 6. 34 an der Universität Marburg. In der von seinem Mitarbeiter Jung verfassten Rede bündelte Papen die konservative Kritik am Nationalsozialismus und verurteilte den "ewigen Aufstand von unten", den sich kein Volk leisten könne. Hitler verstand die Marburger Rede mit ihren monarchistischen Untertönen, wie sie gemeint war, als Kampfansage und als Appell an den kränkelnden greisen Reichspräsidenten Hindenburg, seine Nachfolge gegen den NSDAP-Führer zu regeln. Die Marburger Rede beschleunigte daher die Röhm-Affäre, die mit der Entmachtung der SA den Reichspräsidenten und Reichswehr wie Wirtschaft beruhigte, so dass Papen, den Hitler als "lächerlichen Zwerg" bezeichnete, in erhebliche Gefahr geriet: Er wurde unter Hausarrest gestellt und später zur Bewährung auf den schwierigen Wiener Botschafterposten strafversetzt; sein Redenschreiber Jung fiel einem Mordkommando der SS zum Opfer.