Marinus van der Lubbe

    Aus Lexikon Drittes Reich

    niederländischer Maurergeselle

    geboren: 13. Januar 1909 Leiden gestorben: 10. Januar 1934 Leipzig


    nach Bau-Unfall arbeitsunfähig; Wanderungen durch mehrere europäische Länder; Anschluss an die Rade(=Räte)-Kommunisten (anarchistische Splittergruppe). Anfang Februar 33 beschloss Lubbe, den deutschen Kommunisten und Sozialisten im Kampf gegen die Nationalsozialisten beizustehen, und wanderte nach Berlin, das er am 18. 2. erreichte. Er erkannte schnell die gelähmte Widerstandskraft der deutschen Linken und fasste den Plan, sie durch ein Fanal aufzurütteln. Nach fehlgeschlagenen Brandstiftungen im Neuköllner Wohlfahrtsamt, im Rathaus und im Berliner Schloss am 25. 2. brach Lubbe am 27. 2. kurz nach 21 Uhr ins Reichstagsgebäude ein und konnte mit Kohle-Anzündern so viele Brände legen, dass trotz seiner Festnahme schon um 21.27 Uhr der Plenarsaal nicht mehr zu retten war. Im Reichstagsbrandprozess blieb er bei seiner Version der Alleintäterschaft, die die Nationalsozialisten aus antikommunistischen und die Kommunisten aus antifaschistischen Gründen vergeblich zu erschüttern suchten. Lubbe wurde am 23. 12. 33 nach der Lex van der Lubbe zum Tod verurteilt und mit dem Fallbeil hingerichtet.