Marlene Dietrich

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutsche Filmschauspielerin und Sängerin

    geboren: 27. Dezember 1901 in Berlin gestorben: 6. Mai 1992 in Paris


    (eigentlich Maria Magdalena von Losch), deutsche Filmschauspielerin und Sängerin. Dietrich ging nach ihrem Auftritt im Sternberg-Film "Der blaue Engel", der sie über Nacht zum Weltstar machte, in die USA; 1934 lehnte sie ein Rückkehrangebot von Goebbels ab. Dem deutschen Kinopublikum wurde als Dietrich-Ersatz die Schwedin Leander präsentiert. Im Dritten Reich als "Verräterin" gebrandmarkt, in den USA (neben Th. Mann) als überzeugendste Symbolfigur des "anderen Deutschland" gefeiert, trat die Dietrich vielfach öffentlich gegen den Nationalsozialismus auf, nahm 1937 die amerikanische Staatsbürgerschaft an, betätigte sich im Zweiten Weltkrieg als Truppenbetreuerin und zog 1944 mit De Gaulle ins befreite Paris ein. Die nationalsozialistische Propaganda, die ihr politisches Engagement als "antideutsche Hetze" diskreditierte, zeitigte Wirkung über das Kriegsende hinaus: Das Verhältnis Deutschland-Dietrich, von J. Amery als "beiderseits enttäuschte Liebe" gedeutet, blieb bis heute verkrampft.