Martin Mutschmann

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 9. März 1879 Hirschberg an der Saale gestorben: vermutlich 1948 Dresden


    kaufmännische Lehre, erfolglose Versuche als Spitzenfabrikant, Kriegsfreiwilliger, 1923 NSDAP-Beitritt, 1925 Gauleiter von Sachsen. Mutschmann wurde im Mai 33 Reichsstatthalter in Sachsen und löste im März 35 Killinger als Chef der Landesregierung ab. Mutschmann, ab 1939 auch Reichsverteidigungskommissar, war berüchtigt für seine ausschweifende Lebensweise, die er durch "freiwillige" Industriespenden bestritt, und für besonders brutale Maßnahmen der Judenverfolgung. Beim Versuch, im letzten Moment in den Westen zu entkommen, wurde er am 7. 5. 45 von sowjetischen Truppen festgenommen. Er soll kurz nach einem Prozess im Juni 48 in sowjetischer Haft verstorben sein.