Marxismus

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Gesamtheit der Lehren von Karl Marx (1818-83) und Friedrich Engels (1820-95), die in Abkehr vom Idealismus ein "materialistisches" Welt- und Gesellschaftsmodell entwarfen. Danach ist die Menschheitsgeschichte eine Geschichte von Klassenkämpfen, an deren Ende nach einer Diktatur des Proletariats die klassenlose Gesellschaft des Kommunismus stehen werde. Die komplexe geschichtsphilosophische und ökonomische Theorie des Marxismus wurde von den Ideologen der NSDAP als Versuch des Weltjudentums gewertet, durch Klassenhass die Volksgemeinschaften zu spalten, sie internationalistisch auszuhöhlen und den jüdischen Weltherrschaftsplänen dienstbar zu machen. Als Beweis für die Unhaltbarkeit des Marxismus wurde bereits die jüdische Herkunft von Marx gewertet. Außerdem sei der Marxismus 1933, trotz der These von der bevorstehenden Weltrevolution, "durch die organisierte Kampfkraft der nationalsozialistischen Ideen wie weggeweht" (Meyers Lexikon, 1939) und damit ad absurdum geführt worden. Der real existierende Marxismus in Form des Bolschewismus mit den Millionenopfern bei der Kollektivierung der Landwirtschaft habe die Versprechungen des Marxismus als "aberwitzige" Utopien entlarvt, denen der Nationalsozialismus das organische Modell der "Volksgemeinschaft" entgegensetze, in der der Klassenkampf durch "völkische Wiedergeburt" überwunden sei.