Maurice Bavaud

    Aus Lexikon Drittes Reich

    schweizerischer Attentäter

    geboren: 15. Januar 1916 Neuenburg (Schweiz) gestorben: 14. Mai 1941 Berlin-Plötzensee (hingerichtet)


    zunächst technischer Zeichner; 1934 Eintritt in das Priesterseminar St. Ilan (Bretagne). Bavaud lernte im Seminar Marcel Gerbohay kennen, der sich als Zarensohn ausgab, und ließ sich von ihm zu einem Attentat auf Hitler anstiften. Im Oktober 38 reiste Bavaud, bewaffnet mit untauglicher Damenpistole, nach Deutschland, kam aber weder beim Gedenkmarsch zur Feldherrnhalle (9. 11. 38) noch am Obersalzberg zum Schuss. Als Schwarzfahrer aufgegriffen, wurde er entlarvt und am 18. 12. 39 vom Volksgerichtshof zum Tod verurteilt. Gerbohay wurde nach der Besetzung Frankreichs ebenfalls festgenommen und am 9. 4. 43 hingerichtet. Der Fall Bavaud hatte Anteil am Verbot der Aufführungen des Schiller-Dramas "Wilhelm Tell" (3. 6. 41).