Max Amann

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker und Journalist

    geboren: 24. November 1891 München gestorben: 30. März 1957 ebd.


    Der kaufmännische Angestellte Amann diente im Ersten Weltkrieg als Feldwebel in der gleichen Kompanie wie der Gefreite Hitler, schloss sich gleich bei der Gründung der NSDAP an (Mitgliedsnummer 3) und wurde 1922 ihr Geschäftsführer. Mitten im Aufbau des Zentralverlags der NSDAP (Eher-Verlag) unterbrach der Hitlerputsch Amanns Aufstieg, der mit Hitler sechs Monate Festungshaft in Landsberg absitzen musste. 1925 wieder Direktor des Eher-Verlags, wurde Amann Mitglied der Reichsleitung der Partei und Lenker der gesamten nationalsozialistischen Presse. Diese wurde nach der Machtergreifung dank Amanns bedenkenloser Methoden der Gleichschaltung zunehmend identisch mit der deutschen Presse an sich (1942 gehörten ca. 80 Prozent aller Organe zu Amanns Imperium), was ihm Einkünfte in schwindelnder Höhe sicherte. Als Vorsitzender des Vereins deutscher Zeitungsverleger (Mai-November 33) und Präsident der Reichspressekammer (seit 15. 11. 33) sorgte der spätere SS-Obergruppenführer (1941) auch fürs Verstummen aller oppositionellen Stimmen. Dabei half ihm das stets gute Verhältnis zu Hitler, dessen Tantiemen aus "Mein Kampf" und anderen Veröffentlichungen er verwaltete. Amann wurde nach dem Krieg als Hauptschuldiger zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt (8. 9. 48).