Max Naumann

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutsch-jüdischer Antisemit

    geboren: 12. Januar 1875 Berlin gestorben: 15. Mai 1939 ebd.


    Chefideologe und zeitweilig Vorsitzender des rechtsradikalen Verbands nationaldeutscher Juden (gegründet 1921). Der hochdekorierte Weltkriegsoffizier (EK I) machte sich in der Weimarer Zeit für das "totale Aufgehen des deutschen Judentums im Deutschtum" stark und rief zur Vertreibung der aus Osteuropa eingewanderten Juden auf, die er als "schädliche Bakterien im deutschen Volkskörper" bezeichnete. 1933 feierte Naumann, Mitglied der DNVP, in glühenden Worten die "nationale Revolution", freilich ohne die nationalsozialistische Führung für seine Idee einer Assimilation "rein deutscher Juden" in die Volksgemeinschaft einnehmen oder auch nur für sich selbst einen Sonderstatus im Dritten Reich erwirken zu können. 1935 löste die Gestapo Naumanns Verband wegen "staatsfeindlicher Gesinnung" auf.