Max Reinhardt

    Aus Lexikon Drittes Reich

    österreichischer Regisseur und Schauspieler

    geboren: 9. September 1873 in Baden bei Wien gestorben: 30. Oktober 1943 in New York


    (eigentlich Goldmann), nach Erfolgen als Charakterdarsteller gewann Reinhardt ab der Jahrhundertwende Ansehen durch aufwendige Inszenierungen sozialkritischer Stücke (Gorki: "Nachtasyl", 1903) und Klassiker. Als Theaterdirektor in Wien und Berlin gab Reinhardt dem deutschsprachigen Theater des 20. Jahrhunderts entscheidende Impulse. Wegen seiner Neigung zu Moderne und Zeitkritik (Wilde, Wedekind, Strindberg) in unkonventionell-phantasievollen Inszenierungen und seiner jüdischen Abstammung galt Reinhardt den Nationalsozialisten als "Eklektiker der Regie", als "Musterbeispiel für die Verjudung der deutschen Bühnen". Nach 1933 konnte Reinhardt noch einige Jahre in Wien eingeschränkt arbeiten, bevor er endgültig in die USA emigrierte.