Max von Laue

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Physiker

    geboren: 9. Oktober 1879 in Pfaffendorf bei Koblenz gestorben: 24. April 1960 in Berlin


    Als Professor in Berlin (1919-43) und stellvertretender Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik (1921-45) gehörte Laue zu den wichtigsten deutschen Physikern, die 1933 nicht emigrierten. International anerkannt durch seine Grundlagenarbeit auf dem Gebiet der Röntgenstrahlen, für die er 1914 den Nobelpreis erhielt, konnte Laue es 1933 wagen, gegen die Entlassung Einsteins und anderer jüdischer Naturwissenschaftler zu protestieren und der Ablehnung der Relativitätstheorie als "jüdischen Weltbluff" entgegenzutreten. Als Patriot und Wissenschaftler stellte Laue zwar den Nationalsozialisten seine Arbeit zur Verfügung, widersetzte sich aber der ideologischen Gängelung. Laue, der als einer der wenigen herausragenden deutschen Forscher "menschliches Format" (Einstein) bewahrte, trat nach dem Krieg mehrfach als Zeuge in Entnazifizierungsprozessen auf und gehörte 1957 zur Gruppe der Naturwissenschaftler, die öffentlich gegen die Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen eintrat.