Mefo-Wechsel

    Aus Lexikon Drittes Reich

    fingierte Handelswechsel zur vorübergehenden Finanzierung der Aufrüstung. Nachdem das Programm zur Arbeitsbeschaffung und die Rüstungsausgaben nicht mehr durch Steuern und Anleihen finanziert werden konnten, gründeten Reichswehrministerium und Reichsbank bereits im Mai 33 die Metallurgische Forschungs-GmbH (abgekürzt Mefo), deren Kapital von einer Million RM von vier bedeutenden Rüstungsfirmen gehalten wurde. Rüstungslieferanten zogen zur Bezahlung ihrer Aufträge auf diese Scheinfirma so genannte Mefo-Wechsel, die vom Reich garantiert und von der Reichsbank diskontiert wurden. Dieses geheim gehaltene System von Reichsbankpräsident Schacht zur Verschleierung der Rüstungsausgaben sicherte eine "geräuschlose" Finanzierung der Aufrüstung und kurbelte in seiner Anfangsphase die Wirtschaft stark an. Zwischen 1934 und 36 deckten Mefo-Wechsel etwa 50 % der Wehrmachtsaufträge, 1938 wurde ihre Ausgabe nach einem Höchststand von zwölf Milliarden RM eingestellt.