Michael Schmaus

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher katholischer Theologe

    geboren: 17. Juli 1897 Oberbaar bei Augsburg gestorben: 13. Dezember 1993


    1929 Professor für Dogmatik in Prag, 1933 in Münster. Schmaus, der sich v. a. mit Mittelalter-Studien beschäftigte (u. a. "Die psychologische Trinitätslehre des heiligen Augustinus", 1927) und 1937-41 sein vierbändiges Hauptwerk "Katholische Dogmatik" herausbrachte, nahm 1933 auch zur Machtergreifung Hitlers Stellung: "Begegnungen zwischen katholischem Christentum und nationalsozialistischen Weltanschauungen". Unumwunden begrüßte er den Nationalsozialismus als "schärfsten und wuchtigsten Protest gegen die Geistigkeit des 19. und 20. Jahrhunderts" und sah in seinem "entschiedenen Nein zum Liberalismus" eine völlige Übereinstimmung mit dem Katholizismus. Auch im völkischen Denken traf sich Schmaus mit dem Nationalsozialismus bei der Feststellung, dass die Liebe des Gläubigen zu seinem Volk "verwurzelt" sei "im rauschenden Blut und tragenden Boden, die beide Gottes Werk sind". Zum Bewerten von Rassen war es nur noch ein Schritt, den Schmaus etwa mit der These vollzog, man müsse "der deutschen Nation einen anderen Rang zuweisen ... als der Negerrepublik Liberia". Besonders aber bestach den Theologen das Führerprinzip, in dem er eine Parallele zur Autorität des Papstes sah. 1946 wurde Schmaus Professor in München, wurde 1951 dort Rektor und von Pius XII. 1952 zum Päpstlichen Hausprälaten ernannt.