Mode

    Aus Lexikon Drittes Reich

    auf - v. a. weibliche - Kleidung, Frisur, Accessoires und Kosmetik wirkender Zeitgeschmack. Ab Ende der 20er Jahre setzte sich ein konservativer Modetrend durch: Der Vermännlichung der Frau durch die "Garçonne-Mode" mit kurzen Haaren und Röcken folgte eine am überlieferten Rollenbild der Frau orientierte Mode: Röcke und Kleider sowie Haare wurden bis Mitte der 30er Jahre immer länger. Die Nationalsozialisten versuchten nach 1933, u. a. durch die Gründung eines Deutschen Mode-Instituts, den Einfluss internationaler Trends auf die deutsche Mode aufzuheben. Sportlich, aber bieder und unerotisch wirkende Kleidung galt als "Stil unserer Zeit". Einheitlich geschnittene, taillenbetonte, wadenlange Kleider, dicksohlige Schuhe mit Keilabsätzen sollten in der Mode die Klassengegensätze dämpfen, Verspieltes und Exklusives war verpönt. Vom BDM-Werk "Glaube und Schönheit" organisierte Modeschauen und Frauenzeitschriften propagierten "BDM-Gesellschaftskleider" und Faltenröcke. Die wirtschaftliche Konsolidierung in der zweiten Hälfte der 30er Jahre und eine wachsende Nachfrage nach weniger uniformer Kleidung bewirkten bescheidenen modischen Wandel: Polster verbreiterten die Frauenschultern, Rüschen zierten Unterröcke, ohne dass Individualität zu stark betont wurde. Der Beginn des Zweiten Weltkriegs führte zu modischer Stagnation: Die Einführung der Reichskleiderkarte erlaubte nur noch wenige Neuanschaffungen, Frauenzeitschriften legten jetzt Schnittmuster u. a. zum "Ersetzen schadhafter Seitenteile" bei, zur Selbstbearbeitung und Variation wurden Mode-Broschüren herausgegeben ("Neu aus alt für groß und klein - Spart dir viele Punkte ein"). Um Stoff zu sparen, kürzte man die Röcke, die lange Hose setzte sich trotz ideologischer Bedenken ("unweiblich") durch, weil sie besser wärmte und bei Fabrikarbeit und im Luftschutzkeller praktischer und strapazierfähiger war als der Rock mit Strümpfen. Netze oder vielfältig geschlungene Turbane aus Tüchern und Stoffstreifen ersetzten die unerschwinglichen Damenhüte.

    In der Männermode änderte sich nach 1933 wenig: Smoking, Cut, Frack blieben festliche Bekleidung, sportliche Anzüge, z. T. mit Knickerbockerhosen, Tageskleidung. Modische Impulse gaben die Olympischen Spiele 1936: Die Anoraks der Wintersportler wurden zur allgemeinen Freizeitbekleidung, weit geschnittene, bunte "Buschhemden" (ähnlich den späteren Hawaiihemden) Ausdruck modischer Extravaganz. Nach Kriegsbeginn machten dann Uniformen eine zivile modische Kleidung für Männer praktisch überflüssig. Nach Kriegsende orientierten sich besonders die jüngeren Frauen sofort wieder an der internationalen Entwicklung der Mode; ein "New Look" mit aufwendig geschnittenen Modellen, schwingenden Röcken betonte weibliche Formen und Linien und nahm bei den Frisuren Abschied vom biederen Knoten- und Zopfstil.