Morgenfeiern

    Aus Lexikon Drittes Reich

    nationalsozialistische Ersatz- und Konkurrenzveranstaltungen zu kirchlicher Morgenandacht und sonntäglichem Gottesdienst. Während der ersten Jahre des Dritten Reichs wurden Morgenfeiern hauptsächlich von der HJ in deren Lagern veranstaltet, als allmorgendliche "Flaggenhissung" und als größere sonntägliche Morgenfeiern. Ähnliche Feiern fanden auch in anderen Gliederungen statt, v. a. in deren Schulungslagern. 1935 trat die HJ mit einer neuen Art künstlerisch ausgestalteter sonntäglicher Morgenfeiern, die zur Zeit des Gottesdienstes durch den Rundfunk übertragen wurden, an die Öffentlichkeit. 1940 ordnete Goebbels die Durchführung von "Heldenehrungsfeiern" als Morgenfeiern zu Ehren der Gefallenen an. 1941 führte Rosenberg "Weltanschauliche Feierstunden" durch, die eine Mischung aus ideologischer Erbauungsstunde und künstlerischer Matinee darstellten; sie sollten wie der Gottesdienst zur selben Zeit im ganzen Reich bis hinunter zur Ortsgruppe stattfinden. Aufgrund ihres künstlerischen Niveaus hatten die größeren Veranstaltungen vorübergehend Erfolg. Auch die Heldenehrungsfeiern wurden eine Zeitlang von der Bevölkerung angenommen, solange der Krieg noch nicht zu viele Opfer forderte.