Motorisierung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    von den Nationalsozialisten nach der Machtübernahme außerordentlich forcierte Ausrüstung von Wirtschaft, Militär und Privathaushalten mit Kraftfahrzeugen. Militärisch war schon vor 1933 die Kavallerie weitgehend durch motorisierte Verbände ersetzt worden. Im Rahmen der Kriegsvorbereitungen mussten in besonders großer Zahl Lastkraftwagen produziert werden, um schnelle wie flexible Menschen- und Materialtransporte sicherzustellen. Im zivilwirtschaftlichen Bereich waren Kraftfahrzeuge bis Ende der 20er Jahre zum wichtigen Transportmittel geworden, so dass auch deshalb im Dritten Reich ein Netz von Schnellstraßen auf- und ausgebaut werden musste (Autobahn). Für die private Nutzung sollte der Bevölkerung ein einheitliches und deshalb billig zu produzierendes Kraftfahrzeug als Freizeit-, Reise- und Transportmittel angeboten werden (Volkswagen). Obwohl die spürbare Ausweitung des Individualverkehrs durch den Ausbruch des Kriegs verhindert wurde, hatten die NSDAP und ihre für Motorisierung zuständigen Behörden und Gliederungen (u. a. Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps) beachtliche Erfolge vorzuweisen: 1932 kam erst auf 44 Deutsche ein Kraftfahrzeug, 1938 schon auf 20.