Mutterkult

    Aus Lexikon Drittes Reich

    von der nationalsozialistischen Propaganda zur Flankierung der sozialpolitischen Maßnahmen der Bevölkerungspolitik geforderte und geförderte Aufwertung der Mutterschaft. Sie wurde als "das größte Geheimnis auf Erden" gefeiert und zugleich als "natürliche Selbstverständlichkeit" von jeder verheirateten Frau verlangt, da gewollte Kinderlosigkeit "widernatürlich" sei und in letzter Konsequenz zum "Volkstod" führe. Man propagierte daher die Abkehr von christlichen Sündhaftigkeitsvorstellungen und "marxistischen" Formen der freien Liebe (Kameradschaftsehe) und die Rückkehr zu den Werten der germanisch-nordischen Völker, die die Mutter als "Hüterin des heiligen Herdfeuers, des Lebens und seiner Ehre" geachtet hätten. Als Gegenstück dazu wurde im Mutterkult die Mutterliebe gepriesen und vielfach literarisch und filmisch dargestellt. Der Muttertag wurde entsprechend ausgestaltet und zum Ausdruck der neuen Hochschätzung im nationalsozialistischen Staat das Ehrenkreuz der Deutschen Mutter gestiftet.