Nationalbolschewismus

    Aus Lexikon Drittes Reich

    meist polemisch verwendete Bezeichnung für Bestrebungen nach dem Ersten Weltkrieg, einen deutschen Kommunismus unter Verzicht auf das internationalistische Element zu verwirklichen. Linke Spielarten des Nationalbolschewismus wie der 1919 gegründete Bund der Kommunisten, eine nationalistische Abspaltung der KPD, blieben wenig erfolgreich und gingen nach einer Polemik Lenins ("Der Radikalismus, die Kinderkrankheit des Kommunismus") unter. Völkische Ausprägungen des Nationalbolschewismus wie bei Moeller van den Bruck, die durch Rapallo-Vertrag und Ruhrkampf Nahrung erhielten, standen auch hinter den Reichswehrkontakten zur Roten Armee und waren in O. Strassers "Schwarzer Front" wirksam. Beide Komponenten gewannen noch einmal Auftrieb in der Kritik des aufkommenden Nationalsozialismus als sowohl nationalem wie sozialistischem Verrat, wie sie u. a. Niekisch formulierte. Daraus resultierte die Verfolgung aller nationalbolschewistischen Gruppen und Bestrebungen nach der Machtergreifung. Im Nationalkomitee "Freies Deutschland" kam es im Krieg zu einer ansatzweisen organisatorischen Umsetzung von Ideen des Nationalbolschewismus, die wegen der Umstände aber politisch bedeutungslos blieben.