Nationalsozialistischer Deutscher Ärztebund

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (NSDÄB), auf dem 4. Reichsparteitag der NSDAP 1929 in Nürnberg gegründete Ärzteorganisation. Unter den ca. 50 Gründungsmitgliedern waren Liebl (1. Vorsitzender), G. Wagner (Vorsitzender ab 1939). Auf der ersten Reichstagung 1930 wurde der NSDÄB auch für Zahn- und Tierärzte und Apotheker geöffnet. Bis Ende 32 stieg die Mitgliederzahl auf 2 786 und 344 Anwärter. In diesem Jahr war zum ersten Mal ein rassenhygienischer Schulungskurs von mehr als 300 Ärzten besucht. 1934 wurde vom NSDÄB durch eine neue Satzung das Führerprinzip eingeführt; Leiter wurde nun automatisch der Reichsärzteführer. 1935 wurde die Reichsführerschule der Deutschen Ärzteschaft in Alt-Rehse (Mecklenburg) eingeweiht; die Mitgliederzahl des NSDÄB stieg bis 1938 auf ca. 30 000. Der Nationalsozialistische Deutsche Ärtzebund spielte eine große Rolle bei der Gleichschaltung der Ärzteschaft und in der Propagierung rassenhygienischer Inhalte. Durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 vom 10. 10. 45 wurde er als Gliederung der NSDAP für ungesetzlich und abgeschafft erklärt.