Nationalsozialistischer Rechtswahrerbund

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (NSRB), 1936 eingeführte Bezeichnung für den "Bund Nationalsozialistischer deutscher Juristen" (BNSDJ), der von H. Frank 1928 gegründeten Fachorganisation der NSDAP. Bis 1933 fungierte der BNSDJ als Rechtsschutzorganisation für Parteimitglieder, danach war er Instrument der Gleichschaltung aller Berufsverbände im Bereich der Rechtspflege. Die Richter- und Anwaltsvereinigungen traten ihm zunächst korporativ bei, wurden aber bis Ende 34 unter Überführung ihrer Mitglieder in den BNSDJ aufgelöst. Dieser Zusammenschluss aller in der Rechtspflege Beschäftigten wurde als Errichtung der "Deutschen Rechtsfront" gefeiert, nämlich als erfolgreiche Zusammenfassung aller Kräfte für den Kampf um die nationalsozialistischer "Rechtserneuerung". Der BNSDJ bearbeitete berufliche Belange, unterhielt den Ehrengerichtshof der "Deutschen Rechtsfront" und führte Maßnahmen der politischen Schulung durch. Die Umbenennung von 1936 sollte die Einbeziehung auch nichtakademischer Berufe aus dem Bereich der Rechtspflege in die Organisation zum Ausdruck bringen. Die Mitgliederzahl stieg von 233 (1930) über 1 374 (1932) auf 82 807 (1935). Reichsjuristen- bzw. Reichsrechtsführer waren H. Frank (1928–42) und Thierack (bis 1945). Organ des NSRB war die Zeitschrift " Deutsches Recht".