Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (NSKK), am 20. 4. 31 aus dem Nationalsozialistischen Automobilkorps hervorgegangene Sondereinheit der SA unter A. Hühnlein, am 30. 6. 34 von der SA gelöst und eigene Gliederung der Partei, am 23. 8. 34 mit der Motor-SA verschmolzen. Pate standen bei der Gründung des NSKK zunächst Wahlkampf- und Propagandaüberlegungen, später abgelöst von wehrpolitischen Zielen, da die "Abwehrkraft der Nation" vom Stand der Motorisierung abhänge. So gehörte zu den Hauptaufgaben die "motorische Ertüchtigung" der Jugend (Motor-HJ) und die Ausbildung des Kraftfahrerersatzes für das Heer. Die 21 Motorsportschulen des NSKK durchliefen bis Kriegsbeginn 200 000 junge Männer. Neben dieser erzieherischen Tätigkeit übernahm das NSKK verkehrspolitische Aufgaben, Unfall- und Pannenhilfe, war alleiniger Träger des Motorsports, organisierte Rundfahrten für ausländische Besucher, stellte nach dem Anschluss den österreichischen Straßenverkehr von Links- auf Rechtsfahrt um. Schon vor Kriegsbeginn kam es auch zu militärischen Aufträgen im Rahmen der Organisation Todt beim Bau des Westwalls. Später wurden NSKK-Einheiten für Transporte bei Heer und Luftwaffe eingesetzt und übernahmen in seltenen Fällen sogar Sicherungsaufgaben in besetzten Gebieten.

    Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps, das Ende 31 nur 10 000 Mann zählte, erreichte bis Kriegsbeginn eine Kopfstärke von 500 000. Weder Führerschein noch Autobesitz und auch nicht Parteimitgliedschaft waren Voraussetzung zum Eintritt. Es genügte – neben "rassischer Unbedenklichkeit" – "Liebe zum Motor und der Wille, das Mehr an Pflichten des politischen Soldaten auf sich zu nehmen". Der zunächst aus Privatwagen bestehende Fuhrpark war schließlich gänzlich korpseigen (1939 mehrere hundert Pkw und Lkw). Zeitschriften: "Der NSKK-Mann" und "Deutsche Kraftfahrt". Das NSKK wurde im Nürnberger Prozess als Gliederung der NSDAP verurteilt.