Neue Reichskanzlei

    Aus Lexikon Drittes Reich

    seit 12. 1. 39 Amtssitz des Reichskanzlers Hitler an der Voßstraße/Ecke Wilhelmstraße in Berlin. Der von Speer errichtete 220 m lange Bau entstand in neun Monaten: Ende Januar 38 Auftrag durch Hitler, März Beendigung der Abrissarbeiten, August Richtfest, 7. 1. 39 Abschluss der Arbeiten, 9. 1. Übernahme durch Hitler. Zu diesem Tempo waren allein vor Ort 4 000 Arbeiter in zwei Schichten erforderlich, von den zahlreichen Zulieferern abgesehen. Die Neue Reichskanzlei war als Flucht verschiedener Arbeitsräume und Säle angelegt, an deren Ende durch die 146 m lange Marmorgalerie Hitlers Arbeitszimmer (über 400 m²) zu erreichen war. Der lange Weg war zur Einschüchterung der Besucher und zur Demonstration der Macht des neuen Reichs gedacht. Wachen der Leibstandarte-SS "Adolf Hitler" in schwarzen Uniformen, Stahlhelm, weißem Koppelzeug und weißen Handschuhen unterstrichen die herrische Ausstattung der Räume mit klassizistischen Gemälden, Gobelins, Wappen und kraftstrotzenden Statuen von Breker. Bei der Bauübernahme sprach Hitler vor den Arbeitern: "Das hier bleibt stehen und wird durch Jahrhunderte zeugen von all denen, die es geschaffen haben." 76 Monate später war die Neue Reichskanzlei weitgehend zerstört und wurde bis auf den verwüsteten Führerbunker abgetragen. Aus den Quadern errichteten die Sowjets das Ehrenmal für die gefallenen Helden der Roten Armee in Berlin-Treptow.