Neuer Plan

    Aus Lexikon Drittes Reich

    am 24. 9. 34 von Reichsbankpräsident und Wirtschaftsminister Schacht eingeführtes Wirtschaftsprogramm zur völligen Außenhandelssteuerung durch zentrale Devisenbewirtschaftung. Schon nach einem Jahr nationalsozialistischer Herrschaft kam es im Sommer 34 zu einer außenwirtschaftlichen Krise. Erhöhte Inlandsnachfrage, bedingt durch forcierte Aufrüstung, sowie zurückgehende Exporte ließen die Devisen rapide zusammenschmelzen. Um die Rüstungsexpansion nicht zu gefährden, musste die Regierung einschneidende Maßnahmen zur Überwachung und Regulierung des gesamten Außenhandels ergreifen. Ein umfangreiches Kontrollsystem sollte den Import auf die rüstungswirtschaftlich notwendigsten Rohstoffe und die wichtigsten Nahrungsmittel drosseln. Aufgrund der fehlenden Devisen, aber auch aus militärischen Überlegungen und ideologischen Lebensraumvorstellungen wurden der Export gefördert und bilaterale Kompensationsgeschäfte mit Rohstoff- und Agrarländern abgeschlossen, die dafür im Austausch deutsche Industrieerzeugnisse erhielten. Die Verlagerung des Außenhandels v. a. auf Südosteuropa beseitigte die außenwirtschaftlichen Engpässe jedoch nicht, 1935/36 kam es zu einer erneuten Versorgungskrise. Auch der folgende Vierjahresplan konnte die Probleme nicht lösen.