Nordische Rasse

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (Nordrasse), in der Rassenkunde Bezeichnung für den hochgewachsenen, hellhäutigen, langschädligen, blonden und blauäugigen Menschentyp, wie er besonders in den nordeuropäischen Ländern vorkommt. Die Nordische Rasse wurde von Rasseideologen und Nationalsozialisten als direkter Abkömmling der Germanen angesehen, den, nach Gobineau, H. S. Chamberlain u. a., wahren "Kulturschöpfern". Den Rassenmerkmalen der Nordischen Rasse seien daher bestimmte Charaktereigenschaften zuzuordnen wie Überlegtheit, Mut, Härte, Kühnheit, Entschlusskraft, über die andere Rassen wie die Japaner, die nur "Kulturträger" seien, oder gar die Juden, die parasitären "Kulturzerstörer", nur bedingt oder gar nicht verfügten. Zur Nordischen Rasse gehörte in dieser Sicht in erster Linie das deutsche "Führervolk", da "alles, was wir deutsch nennen, ausschließlich und allein von germanischen Menschen geschaffen wurde" (Darré). Der Wert eines Volks bemaß sich danach am Anteil nordischen Bluts, das Träger der Eigenschaften der Nordischen Rasse sei. Diesen Anteil durch Aufnordung zu steigern, gehörte zu den utopischen Zielen der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik, war die Begründung für die Ausstoßung der Juden aus der Volksgemeinschaft und führte schließlich zum Ausrottungsprogramm der Endlösung.