Nordischer Glaube

    Aus Lexikon Drittes Reich

    im völkischen Sprachgebrauch Bezeichnung für die religiösen Anschauungen der nordischen Völker, bevor sie durch Christianisierung überfremdet wurden. Der Nordische Glaube war nach diesem Verständnis anders als die Stifterreligionen erwachsen aus dem "Erlebnis des Alls in seiner unendlichen Weite, seiner Schönheit und kämpferischen Ordnung". Der Germane habe ohne Priester und Kirche im Miteinander von Natur und Mensch den Nordischen Glauben entwickelt, der ihn "zur natürlichen Lebenstat" befähigte. Gott war ihm der "verpflichtende Urgrund der ewigen, unerschaffenen Welt", die Sippe die "Verbindungsstelle zwischen Sein und Sollen, Natur- und Kulturgesetz", der Tod als Naturvorgang ein "Gevatter" oder "Freund Hein". Als das Christentum den Nordischen Glauben verdrängte, habe er sich zunächst in die Baukunst (deutsche Gotik) und Mystik geflüchtet, sei in den Naturwissenschaften wieder aufgebrochen und erlebe im Nationalsozialismus seinen "großen Neuaufgang". Diese als Nordischer Glaube ausgegebenen Konstruktionen fanden v. a. bei Rosenberg und Himmler Anklang; ihre Pflege aber außerhalb der Partei wie z. B. in der Deutschen Glaubensbewegung wurde unterdrückt.