Norwegenfeldzug

    Aus Lexikon Drittes Reich

    zusammenfassende Bezeichnung für die militärischen Operationen der deutschen Wehrmacht zur Besetzung Dänemarks und Norwegens vom 9. 4.-9. 6. 40. Der Norwegenfeldzug sollte den deutschen Erznachschub über den nordnorwegischen Hafen Narvik und die Ostseezugänge sichern. Beides war gefährdet durch alliierte Planungen (5. 2. 40) zur Entsendung eines Hilfskorps (drei bis vier Divisionen) für Finnlands Winterkrieg. Zwar durchkreuzte der Moskauer Friede vom 12. 3. 40 dieses Vorhaben, doch wurde die alliierte Skandinavien-Operation neu angesetzt für den 8. 4. Dem wollte Hitler zuvorkommen und gab am 1. 3. 40 Weisung zur Besetzung Dänemarks und Norwegens (Unternehmen "Weserübung"), die am 9. 4. anlief, gesichert von allen fahrbereiten Schiffen der Kriegsmarine: zwei Schlachtschiffe, sieben Kreuzer, 14 Zerstörer, acht Torpedoboote und 31 U-Boote. Die Luftsicherung übernahm das X. Fliegerkorps mit 430 Maschinen. Als Gruppe XXI (General v. Falkenhorst) wurden nach und nach auf dem See- und Luftweg sieben deutsche Divisionen in Oslo, Kristiansand, Stavanger, Bergen und Narvik gelandet. Dänemark wurde fast kampflos besetzt, Norwegen setzte sich mit sechs Divisionen zur Wehr und bekam Hilfe von britischen, französischen und polnischen Truppen, die zwischen 14. und 18. 4. bei Harstad, Namsos und Andalsnes landeten.

    V. a. die deutschen Gebirgsjäger und Marinesoldaten unter General Dietl in Narvik gerieten in eine schwierige Lage. Sie hielten sich aber gegen überlegene alliierte Kräfte, bis diese aufgrund des Frankreichfeldzugs vom 3. 6. an zurückgezogen werden mussten. Am 9. 6. ordnete König Haakon die Einstellung der Feindseligkeiten an. Die deutsche Kriegsmarine hatte drei Kreuzer, zehn Zerstörer, ein Torpedoboot und vier U-Boote verloren, die Alliierten einen Flugzeugträger, zwei Kreuzer, neun Zerstörer und fünf U-Boote. Deutschland beklagte 3 692 Tote, Großbritannien 3 349, Norwegen 1 355, Frankreich und Polen 530 und Dänemark 26.