Novemberverbrecher

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Schimpfwort der politischen Rechten im Kampf gegen die Weimarer Republik. Mit der zunächst auf die Ausrufer der Republik (9. 11. 18), die Mitglieder des Rats der Volksbeauftragten und die Unterzeichner des Waffenstillstands vom 11. 11. 18 (daher die Bezeichnung) gemünzten Verunglimpfung sollte den Demokraten wie Ebert, Erzberger, Scheidemann u. a. die Schuld am deutschen Zusammenbruch gegeben und die Dolchstoßlegende flankiert werden. Der Begriff wurde daher bald auf alle Repräsentanten der "Novemberrepublik", des "Novembersystems" ausgedehnt, die als "Novembersippschaft" beschimpft wurden. Die Novemberrevolution wurde zur "Revolte" herabgestuft und dem "System" damit die Legitimation bestritten. Die Novemberverbrecher und ihre Erfüllungspolitik spielten leitmotivisch auch in Hitlers Polemiken eine Hauptrolle zur Kettung der Republik an die "Schmach" des Novembers 1918.